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    Wissen · Google Ads

    Google-Ads-News KW 43: Channel Prioritization, Februar 2027

    9 Min.
    Schnellantwort:

    Google führt seit dem 14.10.2026 Google Ads Channel Prioritization und Budget Allocation ein. Damit legst du fest, welche Kanäle zuerst Budget bekommen, und begrenzt etwa das Displaynetzwerk auf einen Prozentsatz des Tagesbudgets. Ab Februar 2027 entfällt bei Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk die bisherige Budgetverteilung. Dazu: Conversion Lift ohne Google-Betreuer, ein neuer AI-Max-Bericht und die Google Ads API v26.

    Auf einen Blick

    MeldungWas ändert sichFür wen relevantHandlungsbedarfQuelle + Datum
    Channel Prioritization und Budget AllocationKanäle als hohe oder niedrige Priorität markieren, Ausgaben für niedrige Kanäle prozentual deckeln; Umstellung Februar 2027Alle mit Such-, Shopping-, Performance-Max- oder Demand-Gen-KampagnenHoch: Suchkampagnen mit Displaynetzwerk vor Februar 2027 prüfenGoogle Ads & Commerce Blog, 14.10.2026
    Conversion Lift im Self-ServiceInkrementalitätsstudien für Suche und Performance Max ohne Google-BetreuerKonten mit mindestens 1.000 ConversionsMittel: Voraussetzungen prüfenSearch Engine Land, 07.10.2026
    AI-Max-Bericht Search terms and ad combinationsSuchbegriffe mit ausgelösten Anzeigentexten und ZielseitenAlle mit AI Max for SearchMittel: Bericht wöchentlich auswertenSearch Engine Land, 13.10.2026
    Ziel-ROAS-Rechner aus Gewinnmarge (Test)Google schlägt Ziel-ROAS auf Basis der Marge vorOnlineshops mit Ziel-ROASNiedrig: Marge je Kampagne kennenSearch Engine Land, 06.10.2026
    Google Ads API v26Search-Lift-Kennzahlen, Local Services in Performance Max, künftig zwei Releases pro MonatAgenturen und Konten mit eigenen ToolsNiedrig bis mittel: genutzte API-Version prüfenSearch Engine Land, 15.10.2026

    Google Ads Channel Prioritization: Was sich bis Februar 2027 ändert

    Google hat am 14.10.2026 im Google Ads & Commerce Blog zwei neue, optionale Steuerungen vorgestellt. Autor ist Tal Akabas, Director of Product Management bei Google Ads. Search Engine Roundtable hat die Funktionen am selben Tag bestätigt.

    Channel Prioritization: Du markierst Kanäle oder Kanalgruppen als „High priority“ oder „Low priority“. Kampagnen finanzieren laut Google zuerst die Kanäle mit hoher Priorität vollständig, der Rest geht an Kanäle mit niedriger Priorität. In Suchkampagnen lassen sich die Google-Suche, die Suchnetzwerk-Partner und das Google Displaynetzwerk einzeln priorisieren. In Performance Max und Demand Gen fasst Google die eigenen Flächen wie Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover als „Google channels“ zusammen.

    Budget Allocation: Für Kanäle mit niedriger Priorität legst du einen maximalen Anteil am Tagesbudget fest. Google hält diese Grenze laut Blog „auf Best-Effort-Basis“ ein, also ohne Garantie. Laut Search Engine Roundtable ist auch 0 Prozent möglich.

    Die Steuerungen gelten auf Konto- und Kampagnenebene sowie für gemeinsame Budgets. Sie werden laut Google in den kommenden Monaten für Such-, Shopping-, Performance-Max- und Demand-Gen-Kampagnen ausgerollt. Wichtig: Die Priorisierung wirkt sich laut Google bei Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS ohne Budgetlimit in der Regel nicht aus. Dort ist die prozentuale Grenze der wirksame Hebel.

    Der Stichtag: Ab Februar 2027 entfällt laut Google bei Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk die bisherige Ausgabenverteilung. Ausgaben können sich dann zwischen den Kanälen verschieben. Wer das heutige Verhalten behalten will, stellt das Displaynetzwerk laut Google auf „Low priority“ mit 50 Prozent Budget Allocation.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Viele KMU-Konten haben das Displaynetzwerk in Suchkampagnen ganz abgeschaltet, weil dort oft Budget ohne Anfragen verbrannt wurde. Mit der neuen Grenze kannst du Display oder Suchnetzwerk-Partner mit kleinem Anteil testen, statt nur alles oder nichts zu wählen. Stroe Media rät, bis Februar 2027 jede Suchkampagne mit aktivem Displaynetzwerk zu prüfen und die gewünschte Grenze bewusst festzulegen.

    Conversion Lift für Suche und Performance Max ohne Google-Betreuer

    Laut Search Engine Land vom 07.10.2026 können Werbetreibende nutzerbasierte Conversion-Lift-Studien jetzt selbst für Such- und Performance-Max-Kampagnen einrichten. Conversion Lift misst die Inkrementalität, also wie viele Conversions ohne die Werbung nicht entstanden wären. Search Engine Roundtable bestätigte am 08.10.2026 anhand der Google-Hilfe, dass dafür kein Google-Betreuer mehr nötig ist.

    Die Voraussetzungen laut Search Engine Roundtable:

    • mindestens 1.000 beobachtete Conversions
    • Mindestbudget von 5.000 US-Dollar pro Kampagne
    • mindestens eine kompatible Conversion-Aktion
    • eine Kampagne kann nur an einer Studie gleichzeitig teilnehmen

    Dr. Web weist am 08.10.2026 darauf hin, dass in Deutschland und im EWR die Einwilligungsraten im Consent Mode über die Aussagekraft der Ergebnisse mitentscheiden.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Die Schwelle von 1.000 Conversions erreichen viele kleine Konten nicht. Für Onlineshops und größere Leadgenerierer ist es aber erstmals möglich, die Wirkung von Performance Max ohne Google-Betreuer zu testen. Prüfe vorher, ob deine Einwilligungsrate ausreichend hoch ist.

    AI Max for Search: neuer Bericht zu Suchbegriffen und Anzeigenkombinationen

    Search Engine Land berichtete am 13.10.2026 über einen neuen Bericht für AI Max for Search mit dem Namen „Search terms and ad combinations“. AI Max for Search ist ein Paket von KI-Funktionen in Suchkampagnen, das Keywords erweitert und Anzeigentexte sowie Zielseiten automatisch anpasst. Der Bericht zeigt je Suchbegriff, welche Anzeigentitel, Beschreibungen und Zielseiten ausgeliefert wurden. Entdeckt hat ihn laut Search Engine Land Natasha Kaurra in mindestens einem Konto.

    Die Google-Ads-Hilfe beschreibt die Ansicht als Nachfolger von „Search terms and landing pages from AI Max“. Auf derselben Hilfeseite steht ein weiterer Termin: Dynamische Suchanzeigen werden ab Februar 2027 automatisch auf AI Max umgestellt. Wann der neue Bericht in allen Konten erscheint, ist nicht bestätigt.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Wer AI Max nutzt, sieht damit erstmals zusammen, welche Suchanfrage welche automatisch erzeugte Botschaft ausgelöst hat. Prüfe den Bericht regelmäßig auf unpassende Kombinationen, etwa teure Leistungen bei einfachen Suchanfragen. Betreibst du noch dynamische Suchanzeigen, plane die Umstellung im Februar 2027 ein.

    Ziel-ROAS aus der Gewinnmarge: Google testet einen Rechner

    Laut Search Engine Land vom 06.10.2026 testet Google Ads einen Rechner, der aus der durchschnittlichen Gewinnmarge einen Ziel-ROAS vorschlägt. ROAS steht für Return on Ad Spend, also Umsatz pro Werbe-Euro. TechWyse bestätigte am 07.10.2026, dass es sich um einen begrenzten Test handelt.

    Du gibst die durchschnittliche Marge ohne Werbekosten ein, Google schlägt einen Ziel-ROAS vor. Im Beispiel von Search Engine Land ergibt eine Marge von 15 Prozent einen Break-even-ROAS von 667 Prozent. Der Rechner zeigt wöchentliche Schätzungen für Klicks, Umsatz, Werbekosten und Gewinn. Die Gebotsstrategie optimiert dadurch aber nicht auf Gewinn, sie rechnet nur die Marge in einen ROAS um. Eine offizielle Google-Ankündigung gibt es nicht.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Ein Ziel-ROAS ohne Bezug zur Marge ist eine häufige Fehlerquelle in Shop-Konten. Auch ohne den Test kannst du die Rechnung selbst machen: 100 geteilt durch die Marge in Prozent ergibt den Break-even-ROAS als Faktor. Kenne deine Marge pro Produktgruppe, bevor du Ziel-ROAS-Werte festlegst.

    Google Ads API v26: neue Funktionen und kürzere Release-Zyklen

    Search Engine Land und Search Engine Roundtable berichteten am 15.10.2026 über die Google Ads API v26. Die Google Ads API ist die Programmierschnittstelle, über die Tools und Agenturen Konten automatisiert verwalten. Neu sind unter anderem 15 Kennzahlen für Search-Lift-Studien, das Anlegen von Local-Services-Kampagnen in Performance Max über die API und eine vereinfachte Erklärung zu politischer Werbung in der EU: Kampagnen, die nur Länder außerhalb der EU ansprechen, brauchen sie unter Umständen nicht mehr.

    Laut Search Engine Land stellt Google ab v26 auf zwei API-Releases pro Monat um. Zusätzlich liefert die API jetzt die Mindest-Tagesbudgets für Demand-Gen-Kampagnen je Währung und Kontoeinstellungen für erweiterte Conversions.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Nutzt du Reporting-Tools, Skripte oder Gebotssoftware mit API-Anbindung, frage den Anbieter nach der verwendeten Version. Mit zwei Releases pro Monat kommen neue Funktionen schneller in Tools an, wenn der Anbieter zügig aktualisiert. Frage gezielt, ob die neuen Search-Lift-Kennzahlen unterstützt werden.

    Das solltest du diese Woche konkret tun

    1. 1Liste alle Suchkampagnen auf, in denen das Google Displaynetzwerk aktiv ist.
    2. 2Entscheide pro Kampagne, ob Display künftig ganz aus, begrenzt oder wie bisher laufen soll. Das bisherige Verhalten erreichst du laut Google mit „Low priority“ und 50 Prozent.
    3. 3Prüfe in den Kontoeinstellungen, ob die Karte „Channel Prioritization“ in deinem Konto schon verfügbar ist.
    4. 4Öffne in AI-Max-Kampagnen den Suchbegriffsbericht und schließe unpassende Suchbegriffe aus.
    5. 5Berechne deinen Break-even-ROAS pro Produktgruppe aus der Marge und vergleiche ihn mit deinen aktuellen Ziel-ROAS-Werten.
    6. 6Frage bei Anbietern von Reporting- oder Gebotstools nach, welche Google-Ads-API-Version sie nutzen und wann sie auf v26 wechseln.

    Häufige Fragen

    Channel Prioritization ist eine neue, optionale Steuerung in Google Ads, vorgestellt am 14.10.2026. Du markierst Kanäle wie Google-Suche, Suchnetzwerk-Partner oder Displaynetzwerk als hohe oder niedrige Priorität. Kanäle mit hoher Priorität bekommen zuerst Budget. Ergänzend begrenzt Budget Allocation den Anteil des Tagesbudgets, den Kanäle mit niedriger Priorität maximal ausgeben dürfen.

    Ab Februar 2027 entfällt laut Google die bisherige Ausgabenverteilung für Suchkampagnen mit aktivem Google Displaynetzwerk. Dadurch können sich Ausgaben zwischen Suche und Display verschieben. Wer das heutige Verhalten behalten will, setzt das Displaynetzwerk laut Google auf niedrige Priorität mit 50 Prozent Budget Allocation. Kampagnen ohne Displaynetzwerk sind davon nicht betroffen.

    Laut Search Engine Roundtable ist bei Budget Allocation auch ein Wert von 0 Prozent möglich. Google gibt dann kein Budget für diese Kanäle aus. Google beschreibt die Grenzen allerdings als Best-Effort-Vorgabe, nicht als harte Garantie. Alternativ lässt sich das Displaynetzwerk in Suchkampagnen weiterhin komplett deaktivieren.

    Nein, seit Anfang Oktober 2026 nicht mehr für Suche und Performance Max. Laut Search Engine Roundtable brauchst du dafür mindestens 1.000 beobachtete Conversions, 5.000 US-Dollar Mindestbudget pro Kampagne und eine kompatible Conversion-Aktion. Jede Kampagne kann nur an einer Lift-Studie gleichzeitig teilnehmen. In Deutschland beeinflussen die Einwilligungsraten im Consent Mode die Aussagekraft.

    Der Break-even-ROAS ergibt sich aus 100 geteilt durch die Marge in Prozent. Bei 15 Prozent Marge liegt er bei rund 6,67, also 667 Prozent, wie Search Engine Land im Beispiel des Google-Tests zeigt. Darunter verdienst du an Werbeverkäufen nichts. Google testet einen Rechner dafür, er ist aber noch nicht in allen Konten verfügbar.

    Fazit

    Mit Channel Prioritization bekommen Werbetreibende mehr Kontrolle über das Displaynetzwerk und die Suchnetzwerk-Partner als mit dem bisherigen Ein- oder Ausschalten. Der Februar 2027 ist doppelt relevant: Dann ändert sich die Budgetverteilung in Suchkampagnen mit Display, und dynamische Suchanzeigen wechseln zu AI Max. Stroe Media empfiehlt, beide Umstellungen jetzt zu planen, statt im Februar auf veränderte Kosten zu reagieren.

    Du willst deine Google-Ads-Kampagnen sauber für 2027 aufstellen? Sieh dir unsere Google-Ads-Betreuung an, kombiniere sie mit SEO oder sprich direkt mit uns. Die Meldungen der Vorwoche findest du in den Google-Ads-News KW 42.

    Quellen

    Autor: Stroe Media Redaktion, Stand: 19.10.2026