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    Wissen · Social Ads

    Social-Ads-News KW 33/2026: Wer haftet für KI-Labels

    8 Min.
    Schnellantwort

    Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung. Neu ist die rechtliche Einordnung: Nicht nur Plattformen, auch Werbetreibende und ihre Agenturen können kennzeichnungspflichtig sein. Parallel meldete Meta für das zweite Quartal 2026 einen um 12 Prozent höheren Durchschnittspreis pro Anzeige, während Pinterest in Europa deutlich günstiger wird. Wichtigste Aufgabe: Zuständigkeit für KI-Labels schriftlich klären.

    Auf einen Blick

    MeldungWas ändert sichFür wen relevantHandlungsbedarfQuelle + Datum
    KI-Kennzeichnung trifft auch AgenturenWerbetreibende und Agenturen können Betreiber im Sinne der EU-KI-Verordnung seinAlle, die KI-Creatives schaltenZuständigkeit vertraglich klärenLewis Silkin, 31.07.2026
    Meta unterzeichnet EU-VerhaltenskodexMeta verpflichtet sich zu interoperabler Kennzeichnung synthetischer MedienMeta-Werbetreibende im EWRLabel-Einstellungen beobachtenMeta Newsroom, 28.07.2026
    Meta Q2 2026: Preis pro Anzeige plus 12 Prozent59,4 Mrd. USD Werbeumsatz, Impressionen plus 14 ProzentAlle Meta-WerbetreibendenBudgetplanung nachschärfenMeta Investor Relations, 29.07.2026
    Pinterest Europa: Wachstum bricht auf 12 Prozent einAsiatische Händler ziehen nach EU-Zollreform Budgets abHandel, Deko, Food, HochzeitTestbudget einplanenPPC Land, 05.08.2026
    TikTok Symphony: KI-Videos bis 30 SekundenDreamina Seedance 2.5 verdoppelt Cliplänge, bis zu 50 ReferenzenKMU ohne eigenes VideoteamZugang prüfenSocial Media Today, 03.08.2026
    LinkedIn ändert Creative-Rotation stillMessage- und Conversation-Ads rotieren per API-Standard optimiert statt gleichmäßigB2B-Konten mit Drittanbieter-ToolsParameter explizit setzenThe B2B Content Show, 30.07.2026

    KI-Kennzeichnung: Auch Werbetreibende und Agenturen sind in der Pflicht

    Die Wirtschaftskanzlei Lewis Silkin veröffentlichte am 31.07.2026 eine Einordnung, wonach sowohl Werbetreibende als auch ihre Agenturen als Betreiber im Sinne der EU-KI-Verordnung gelten können. Die Kanzlei Cooley bestätigte am 03.08.2026, dass die Transparenzpflichten aus Artikel 50 seit dem 02.08.2026 verbindlich gelten.

    Die EU-KI-Verordnung, im englischen Sprachraum EU AI Act genannt, regelt den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Europäischen Union. Artikel 50 betrifft die Transparenz und umfasst vier Fallgruppen: Systeme, die direkt mit Menschen interagieren, künstlich erzeugte Inhalte, biometrische Systeme und Deepfakes. Für bereits bestehende generative Systeme nennt Cooley eine zweite Frist am 02.12.2026. Bußgelder reichen laut derselben Quelle bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

    Zwei Punkte aus der Analyse von Lewis Silkin sind für die tägliche Arbeit entscheidend. Erstens müssen Kennzeichnungen beim Erstkontakt klar erkennbar und verständlich sein. Zweitens reicht eine plattformseitige Markierung allein nicht automatisch aus, um die eigene Pflicht zu erfüllen. Reine Werbetexte ohne Bezug zu Themen von öffentlichem Interesse sind ausgenommen.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Wenn dein Anzeigenmaterial ganz oder teilweise aus einem KI-Werkzeug stammt, ist die Kennzeichnung ab sofort ein Punkt in der Freigabe, nicht in der Kür. Klärt schriftlich, wer das Label setzt und wer es kontrolliert: du oder deine Agentur. Bei Stroe Media halten wir diese Zuständigkeit inzwischen im Angebot fest, weil sie sonst im Kreativprozess zwischen den Beteiligten verschwindet.

    Meta unterzeichnet den EU-Verhaltenskodex zur KI-Transparenz

    Meta gab am 28.07.2026 im eigenen Newsroom bekannt, dem freiwilligen EU-Verhaltenskodex zur Transparenz KI-generierter Inhalte beizutreten. Meta verweist dabei auf die seit Februar 2024 laufende Kennzeichnung KI-generierter Inhalte auf Facebook, Instagram und Threads und auf ein Erkennungswerkzeug für Bilder aus Meta AI. Die Zusammenarbeit läuft über das EU AI Office sowie die Initiativen Partnership on AI und C2PA.

    PPC Land ergänzte am 28.07.2026, dass Meta sechs Tage nach der Frist für die Konformitätsvermutung unterzeichnete. Meta selbst warnt in der Mitteilung vor einer Vielzahl unterschiedlicher Labels, die Nutzer überfordern könnten. Nach der Einordnung von PPC Land ist bislang unklar, wo Werbetreibende die Steuerung dieser Labels im Meta Ads Manager finden.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Für dich heißt das: Die Plattform bewegt sich, aber die Bedienung ist noch nicht sichtbar. Verlass dich deshalb nicht darauf, dass Meta die Kennzeichnung vollständig für dich übernimmt. Dokumentiere für jedes Anzeigenmotiv, ob und mit welchem Werkzeug es KI-gestützt entstanden ist. Diese Liste ist im Zweifel der einzige Nachweis, den du hast.

    Meta Q2 2026: Der Preis pro Anzeige steigt um 12 Prozent

    Meta veröffentlichte am 29.07.2026 die Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Werbeumsatz stieg auf 59,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl ausgelieferter Anzeigen wuchs um 14 Prozent, der Durchschnittspreis pro Anzeige um 12 Prozent.

    PPC Land wertete am 29.07.2026 zusätzlich die Telefonkonferenz aus. Demnach lag der Werbeumsatz in Europa bei 10,85 Milliarden US-Dollar bei 13 Prozent mehr Impressionen. Mehr als 9 Millionen kleine Unternehmen nutzen laut dieser Auswertung Metas KI-Kreativwerkzeuge, nach 8 Millionen im ersten Quartal. Die Kampagnen-Suite Meta Advantage+ erreicht eine Jahres-Run-Rate von 75 Milliarden US-Dollar.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Ein um 12 Prozent höherer Durchschnittspreis bedeutet, dass dasselbe Budget weniger Ausspielungen kauft als vor einem Jahr. Wer sein Meta-Budget seit 2025 nicht angepasst hat, verliert real Reichweite, ohne dass im Konto etwas kaputt aussieht. Rechne für die Herbstplanung mit einem höheren Einstiegsbudget und prüfe im Gegenzug, ob deine Anzeigen wirklich Kontakte erzeugen oder nur Sichtbarkeit.

    Pinterest wird in Europa günstiger, weil Billiganbieter abziehen

    PPC Land berichtete am 05.08.2026 über Pinterests Quartalszahlen. Der Europa-Werbeumsatz wuchs im zweiten Quartal 2026 nur noch um 12 Prozent auf 212,7 Millionen US-Dollar, nach 27 Prozent im ersten Quartal. Der globale Umsatz stieg um 18 Prozent auf 1,179 Milliarden US-Dollar, was Pinterest am 04.08.2026 auch in der eigenen Pressemitteilung meldete.

    Als Ursache nennt PPC Land die EU-Zollreform: Zum 01.07.2026 entfiel die Zollfreigrenze von 150 Euro und wurde durch eine Pauschale von 3 Euro pro Artikel ersetzt. Asiatische Cross-Border-Händler zogen sich daraufhin aus dem europäischen Anzeigengeschäft zurück. Die Ad Impressions stiegen global um 16 Prozent, der Preis pro Anzeige aber nur um 1 Prozent. Finanzchefin Julia Donnelly sagte, der Druck "is continuing in the third quarter".

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Mehr Werbeplätze bei praktisch gleichem Preis ergibt ein günstiges Zeitfenster. Für Händler, Einrichtungs- und Deko-Anbieter, Gastronomie mit Bildern und Dienstleister rund um Hochzeit und Event lohnt jetzt ein kleines Testbudget auf Pinterest, gerade weil die Billigimport-Konkurrenz aus der Auktion verschwindet. Plane vier bis sechs Wochen und ein Budget ein, das du auch ohne sofortigen Verkauf verkraftest.

    TikTok Symphony erzeugt jetzt KI-Videos bis 30 Sekunden

    Social Media Today berichtete am 03.08.2026, dass TikTok das Modell Dreamina Seedance 2.5 von ByteDance in die Symphony-Suite integriert. Die maximale Cliplänge steigt damit von 15 auf 30 Sekunden, die Zahl hochladbarer Referenzen aus Bild, Video und Audio von 9 auf 50. Neu ist außerdem eine zeitstempelgenaue Steuerung einzelner Szenen. Der Rollout betrifft ausgewählte zahlende Werbetreibende in ausgewählten Märkten, konkrete Länder und Termine nennt TikTok nicht.

    PPC Land ordnete den Schritt am 09.08.2026 ein: Der Rollout erfolgte einen Tag nach Inkrafttreten der Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung und umfasst automatisches KI-Labeling, unsichtbares Wasserzeichen und Content Credentials nach dem C2PA-Standard.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Für Betriebe ohne eigenes Videoteam senkt das die Einstiegshürde für TikTok Ads deutlich, weil 30 Sekunden für eine vollständige Angebotsbotschaft reichen. Die eingebaute Kennzeichnung nach C2PA hilft zusätzlich bei der Pflicht aus der EU-KI-Verordnung. Prüfe im TikTok Ads Manager, ob Symphony Creative Studio für dein Konto freigeschaltet ist, bevor du Produktionsbudget einplanst.

    LinkedIn ändert die Creative-Rotation bei Message Ads still

    The B2B Content Show berichtete am 30.07.2026, dass LinkedIn mit dem Marketing-API-Release 202607 bei Message- und Conversation-Ads mit Lead-Generierungs-Ziel den Parameter creativeSelection automatisch auf optimierte Rotation setzt statt auf gleichmäßige Rotation. Die offizielle Änderungsliste der LinkedIn Marketing API auf Microsoft Learn führt die Anpassung für Version 202607.

    Sichtbar ist die Änderung im LinkedIn Campaign Manager nicht. Betroffen sind Kampagnen, die über Drittanbieter-Werkzeuge oder eigene Anbindungen laufen und den Parameter nicht ausdrücklich setzen. Die Folge: Schwächere Motive werden früh gedrosselt, was A/B-Tests vor Erreichen eines belastbaren Ergebnisses verzerrt. Im selben Release ergänzte LinkedIn Predictive-Audience-IDs in der API-Antwort und einen neuen Nutzer-Identifikator für die Conversions API.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Relevant ist das für Unternehmen im B2B-Geschäft, die LinkedIn Message Ads über ein Drittanbieter-Werkzeug steuern. Wer direkt im Campaign Manager arbeitet, ist nicht betroffen. Wenn du saubere Kreativ-Tests brauchst, lass den Parameter ausdrücklich auf gleichmäßige Rotation setzen, sonst vergleichst du Motive, die nie die gleiche Ausspielungschance hatten.

    Instagram: Reels beansprucht über die Hälfte der Werbeplätze

    PPC Land berichtete am 03.08.2026 auf Basis von Daten des Analysehauses Sensor Tower, dass Reels im zweiten Quartal 2026 rund 51 Prozent der Instagram-Nutzungszeit und über 50 Prozent der Werbeplatzierungen ausmacht. Die tägliche Instagram-Nutzung stieg demnach um 12 Prozent auf 59 Minuten, die Zahl der Anzeigen pro Sitzung um 8 Prozent. Diese Auswertung wurde bislang nur von PPC Land berichtet, eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor. Die Datenbasis ist laut Quelle ein auf die USA fokussiertes Panel mit Stichtag 30.06.2026.

    Was bedeutet das für dein Unternehmen?

    Auch wenn die Zahlen aus einem US-Panel stammen, zeigt die Richtung dasselbe wie die eigene Erfahrung im Konto: Wer nur statische Feed-Motive im Hochformat 4:5 produziert, verliert Zugang zu einem großen Teil der Platzierungen. Plane pro Kampagne mindestens ein vertikales Video im Format 9:16 ein, auch wenn es mit dem Smartphone entsteht.

    Das solltest du diese Woche konkret tun

    1. 1Lege eine Liste aller aktiven Anzeigenmotive an und markiere, welche ganz oder teilweise mit KI erstellt wurden. Diese Liste ist die Grundlage für jede Kennzeichnungsfrage.
    2. 2Halte schriftlich fest, wer die KI-Kennzeichnung setzt und prüft: dein Team oder deine Agentur. Eine Zeile im Vertrag oder in der Angebotsbestätigung genügt.
    3. 3Vergleiche deine Meta-Kosten pro Ergebnis aus dem August 2026 mit dem August 2025 und passe das Herbstbudget an den um 12 Prozent gestiegenen Durchschnittspreis pro Anzeige an.
    4. 4Richte eine Pinterest-Testkampagne mit begrenztem Budget und vier bis sechs Wochen Laufzeit ein, solange die Auktion in Europa entlastet ist.
    5. 5Produziere für jede laufende Meta-Kampagne mindestens ein vertikales Video im Format 9:16 und nimm es als zusätzliches Motiv in die bestehende Anzeigengruppe auf.
    6. 6Wenn du LinkedIn Message Ads über ein Drittanbieter-Werkzeug steuerst, lass den Rotationsparameter prüfen und für laufende Kreativ-Tests auf gleichmäßige Rotation setzen.

    Häufige Fragen

    In vielen Fällen ja. Die Kanzlei Lewis Silkin ordnete am 31.07.2026 ein, dass sowohl Werbetreibende als auch Agenturen als Betreiber im Sinne der EU-KI-Verordnung gelten können. Die Kennzeichnung muss beim Erstkontakt klar erkennbar und verständlich sein. Reine Werbetexte ohne Bezug zu Themen von öffentlichem Interesse sind laut dieser Einordnung ausgenommen.

    Nach der Einordnung von Lewis Silkin vom 31.07.2026 nicht zwingend. Plattformseitige Markierungen allein erfüllen die eigene Pflicht nicht automatisch. Wer KI-Material in Anzeigen einsetzt, sollte deshalb selbst prüfen, ob die Kennzeichnung sichtbar und verständlich ist, und nicht darauf vertrauen, dass die Plattform das Thema vollständig abdeckt.

    Das ist Verhandlungssache und sollte schriftlich geregelt werden. Lewis Silkin empfiehlt in der Analyse vom 31.07.2026 ausdrücklich, die Zuständigkeit für die Kennzeichnung früh im Kreativprozess vertraglich zu klären, weil beide Seiten Betreiber sein können. In der Praxis heißt das: eine Zeile im Angebot oder im Vertrag, die festlegt, wer das Label setzt und prüft.

    Die Zahlen deuten darauf hin. Meta meldete am 29.07.2026 für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg des Durchschnittspreises pro Anzeige um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei 14 Prozent mehr ausgelieferten Anzeigen. Der Werbeumsatz stieg auf 59,4 Milliarden US-Dollar. Für kleine Budgets bedeutet ein höherer Durchschnittspreis, dass dieselbe Reichweite mehr kostet als im Vorjahr.

    Das Zeitfenster ist ungewöhnlich günstig. Laut PPC Land vom 05.08.2026 wuchs Pinterests Europa-Werbeumsatz im zweiten Quartal 2026 nur noch um 12 Prozent statt 27 Prozent, weil asiatische Händler nach dem Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze am 01.07.2026 Budgets abzogen. Gleichzeitig stiegen die Impressionen um 16 Prozent, der Preis pro Anzeige aber nur um 1 Prozent.

    Bis zu 30 Sekunden. Social Media Today berichtete am 03.08.2026, dass TikTok das Modell Dreamina Seedance 2.5 in die Symphony-Suite integriert und damit die maximale Cliplänge von 15 auf 30 Sekunden verdoppelt. Die Zahl hochladbarer Referenzen aus Bild, Video und Audio steigt von 9 auf 50. Der Rollout betrifft ausgewählte Werbetreibende in ausgewählten Märkten.

    Fazit

    Die rechtliche Meldung ist diese Woche die wichtigste: Die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte ist keine reine Plattformaufgabe, sondern kann auch dich und deine Agentur treffen. Wirtschaftlich zeigen die Quartalszahlen zwei gegenläufige Bewegungen. Meta wird teurer, weil der Durchschnittspreis pro Anzeige um 12 Prozent gestiegen ist. Pinterest wird in Europa günstiger, weil asiatische Händler nach der Zollreform Budgets abziehen. Wer beides zusammenliest, verschiebt jetzt einen Teil des Testbudgets.

    Wenn du deine Social-Kampagnen auf Kennzeichnungspflichten und Budgetverteilung durchsehen lassen willst, findest du unser Vorgehen auf der Seite zu Social Media Marketing, oder du nimmst direkt Kontakt auf. Wir sitzen in Geretsried bei Wolfratshausen und arbeiten mit Unternehmen aus dem Oberland und dem Raum München. Wie sich parallel Google Ads verändert, liest du in unserem SEA-Beitrag zur KW 33. Die Vorwoche findest du in den Social-Ads-News KW 32/2026.

    Quellen

    Autor: Stroe Media Redaktion — Stand: 10.08.2026